Brillen und Mokassins

Sie tun mir wirklich leid, die Mächtigen. Ich möchte nicht in einen Mond lang in den Mokassins derer laufen, die sich so verhalten, wie sie glauben, sich verhalten zu müssen.

 

Sie tun mir wirklich leid, die Mächtigen. Ich möchte nicht durch die Brillen derer schauen, die glauben, das Volk erziehen und dafür lügen und betrügen zu müssen.

 

Sie tun mir wirklich leid, die Mächtigen. Ich möchte nicht jeden Spiegel meiden müssen, weil ich schon lange nicht mehr hineinsehen kann.

Wie sie da sitzen mit abgekauten Fingernägeln und zittrigen Händen, stets voller Angst, entlarvt zu werden.

 

Wie sie da stehen mit aufgesetztem Lächeln im souveränen Auftritt vor all den Kameras und Mikrofonen, die ihre Bredouille dokumentieren.

 

Wie sie da so sind und sich geben, diese armen Menschenkinder, sich selbst verratend und verbiegend und verleugnend, um für einen Moment die Illusion von Glanz und Gloria zu erzeugen.

 

Für ihre Taten bloß Verachtung.

Für die Menschen Mitgefühl.


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