Widerspruch

Wenn ich mir selbst widerspreche, bin ich für einen entsprechenden Hinweis dankbar. Selbstverständlich fühle ich mich dann nicht gut, ich schäme mich oder werde ärgerlich - wenn ich mir selbst widerspreche, bin ich damit meist nicht gerade glücklich...

 

Aber wenn dann die erste emotionale Reaktion überstanden ist, bin ich wirklich dem dankbar, der mich auf einen Widerspruch in meiner Argumentation oder in meiner Denkweise hingewiesen hat.

 

Denn das gibt mir Anlass zu prüfen, ob ich mir tatsächlich widerspreche, auf welche Weise und warum ich das wohl mache und ob ich daran etwas ändern möchte.

Wer nicht prüfen will, ob und warum er sich selbst widerspricht, hat vermutlich gute Gründe dafür, einer davon mag Angst sein, ein anderer schlichte Sturheit, vielleicht spielt auch etwas ganz anderes eine Rolle...

 

Wer aber so tut, als würde er sich nicht widersprechen, obwohl dies für alle Beteiligten nicht nur offensichtlich, sondern vollkommen unstreitig ist, der darf nicht erwarten, dass ich das hinnehme.

 

Wer mir nicht erklären kann, warum ein Widerspruch in der eigenen Denkweise erklärbar, vernünftig, notwendig oder zumindest akzeptabel sein könnte, der darf nicht von mir erwarten, dass ich mich der widersprüchlichen Argumentation anschließe.

 

 


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